Hallo und herzlich willkommen.
Soeben von den Linux-Tagen zurück sitze ich natürlich sofort für Euch am PC um das von mir moderierte Thema XEN zusammenzufassen.
Zu meiner Person: Ich heiße Marc Surberg und bin Geschäftsführer der Firma EKOM Server in Kiel. EKOM steht für Elektronische KOMmunikationsServer und befasst sich hauptsächlich mit der Zusammenfassung von verschiedenen Serversystemen in einem Gerät.
Wo wir beim Thema wären. XEN ist eine (Para-)Virtualisierungssoftware, die unter Linux zum Einsatz kommt. Ein wesentlicher Vorteil dieser Software ist, dass es im Gegensatz zu anderen Virtualisierungssystemen nicht für jeden Gast die Hardware neu emuliert, sondern alles über eine zusätzliche Operationsschicht (dem sog. Hypervisor) nur einmal virtualisiert wird. Alle Gäste greifen über den sog. Hypervisor auf die Hardware zu, was letztendlich erhebliche Performancevorteile bringt.
Rund um das Thema XEN kamen allgemeine Virtualisierungsmethoden zur Sprache. Im wesentlichen seinen an dieser Stelle VMWare, VirtualBox und eben XEN genannt.
Hier die Fragen, die diskutiert wurden:
1. Wozu Virtualisieren?
2. OS virtualisierung im produktiven Einsatz.
3. Wenig Geld für große Projekte.
4. XEN vs. VMWare
5. XEN für alle? Dokumentation?
6. Gibt es eine GUI?
Alle waren sich einig: Bevor ein Virtualisierungsprojekt angegangen werden kann, muss erörtert werden, was will ich damit erreichen. Soll eine vorhandene Infrastruktur modernisiert werden, oder soll ein von Grund auf neues System geschaffen werden. Sind diese Fragen geklärt, lässt sich ziemlich schnell daraus ableiten, ob der Einsatz einer Virtualisierungssoftware überhaupt einen Sinn ergibt. Grundsätzlich aber gehen wir mal davon aus, das dies der Fall ist.
In aller erster Linie spart Virtualisierung nicht nur Zeit, sondern auch Geld (weniger Hardware/Wartung). Letztendlich kommen mehrere Systeme auf einer Hardware zum Einsatz und sparen auch Energie. Im produktiven Einsatz kann XEN einem Administrator viel Arbeit sparen, weil er mehrere Systeme auf einem Host betreuen kann. Leider setzt der Einsatz von XEN derzeit noch viel KnowHow voraus, da es (noch) über keine wirklich brauchbare GUI verfügt.
Dennoch wurde von einigen Teilnehmern berichtet, dass bei Ihnen im Unternehmen XEN bereits zu Ihrer Zufriedenheit produktiv läuft. Das Thema XEN ist im Internet lediglich im Community-Forum hinreichend Dokumentiert. Dies hilft aber keiner kleinen Firma, die sich für Virtualisierung interessiert, weil dieses Forum sich nicht als Dokumentation, sondern eher als FAQ versteht. Somit bleibt nur der gang zum Systemhaus Ihres Vertrauens. Die Ansicht aller Teilnehmer ist jedoch, das es sinnvoller ist, das Geld in die Entwicklung einer individuellen Lösung zu stecken, als teure Lizenzen zu erwerben.
Dennoch wurden mit XEN bereits erstaunliche Ergebnisse erzielt. Windows, MAC OSX, sowie diverse Linuxe leben auf einer Hardware parallel nebeneinander her und können (soweit sie können) miteinander kommunizieren, als wären es autonome Systeme. Diesen Vorsprung hat XEN allen Konkurrenten voraus. Jedoch ist die Konfiguration alles andere als Trivial und sollte nach Meinung aller Anwesenden eher dem Fachmann überlassen werden.
Fazit:
XEN ist ein aufgehender Stern im Bereich der Virtualisierung und hat mit Sicherheit eine große Zukunft vor sich. Da sich immer mehr Menschen mit dieser Software befassen, wird es nicht mehr lange dauern, bis die ersten XENisierten Systeme durch große Softwarehäuser angeboten werden können. Der "kleine Mann" hat hier klare Vorteile, denn XEN ist open Source und somit für jedermann frei einsetzbar. Vergleichbare Systeme die ähnliche Ansätze verfolgen sind nicht nur in der Technologie ein wenig hinterher, sondern kosten auch noch Geld. Will ich also ein Virtualisierungsprojekt umsetzen, lohnt es sich durchaus über XEN nachzudenken und ggf. mehr Budget auf den fachkundigen Rat zu verwenden, als teure Lizenzen zu erwerben.
Wer Fragen zum Thema hat, kann sich gerne per Mail an mich wenden: info[ät]ekomserver[punkt]de.
MfG
Marc Surberg
P.S.: Fehler in der Rechtschreibung sind gewollt und dienen zur Auflockerung des Textes!
